Wo bin ich, was mache ich…..

Noch immer bin ich in West Yorkshire und ich denke das wird noch ein Weilchen so bleiben. Ich hoffe jedoch bald wieder auf die Insel zu meinem Mann und meinen Tieren zurück zu kehren (Wenn es mein Schiksal und das Universum erlaubt)

Wie habe ich die letzten Tage verbracht?…… Also, nachdem wir Weihnachten recht ruhig und angenehm gefeiert hatten, war am 27 Dezember Aktion angesagt. Seit diesem Datum habe ich nicht aufgehört zu putzen, tragen, schrubben, liefern, und in der Kälte und Nässe zu stehen. Mytholmroyd Zentrum war ein einziges Flutgebiet und ein Gebäude wurde komplett weggeschwemmt. Andere sind in solch einem schlechten Zustand nach den Fluten das sie abgerissen werden mäßen. Viele der Geschäftsinhaber sind so niedergeschlagen das sie zur Zeit keinerlei Ambitionen haben weiterhin hier ein Geschäft zu betreiben. Ich habe keine Ahnung wie es in Todmorden oder Hebden Bridge aussieht, aber ich kann es mir gut vorstellen. Jeden Tag kommen Helfer aus diesen Orten für Supplies, Putzmittel, Lebensmittel, Tierfutter etc etc.

Die Menschen die von den Umliegenden Orten gekommen sind um zu helfen sind einfach nur fantastisch. Die Pfandfindergruppe war jeden Tag hier im Ort und hat kräftig mit angepackt, und sogar Leute aus London haben den ganzen Weg auf sich genommen um zu helfen. Es ist in Zeiten wie diese das man erkennt das es noch Hoffnung für die Menschheit gibt. OK, es gibt leider auch diejenigen die wenig Menschlichkeit zeigen oder besitzen, und hier im Ort und im Nächsten wurden einige dabei erwischt wie sie in Häuser und Geschäfte eingebrochen sind um das wenige zu nehmen was den Besitzern geblieben ist.

Eigentlich könnte ich ja hier im Haus sitzen bleiben, meine Füße hochlegen und einfach nur auf die Kinder und die Tiere aufpassen (was mir auf aufgetragen wurde), aber diejenigen die mich kennen wissen das ich das so nicht kann. Also gestern wieder mal Kinder geschnappt und ab um zu sehen wo ich mit anpacken konnte. Mittags dann wieder zurück zum Haus, Kleidung gewechselt, trockene Stiefel angezogen und ab zum weitermachen. Abends dann zurück um für die Familie zu kochen. Wenn dann die ST heimkommt von der Arbei und nichtmal den Mund aufbringt um guten Tag zu sagen oder dann hier eine eisige Kälte herrscht (nicht nur dadurch das die Türen sperr angelweit offengelassen werden das man im Durchzug sitzt) dann geh ich doch lieber aus dem Weg. 3

Mein Sohn verbringt jeden Tag 12 Stunden und mehr damit Hilfsgüter und Spenden zu organisieren und zu verteilen, helfende Hände dorthin zu schicken wo sie gebraucht werden und hat die ersten Tage auch kräftig mit angepackt wo es nötig war. Es ist erstaunlich wie sehr er sich in die Rolle reingefunden hat und obwohl er kaum laufen kann (probleme mit den Knieen durch das schleppen von schweren nassen Sofas eines Geschäfts) hält ihn nichts davon ab jeden Morgen um punkt 8am oben im Lager zu sein um weiterhin Spenden und Hilfe zu organisieren und anzunehmen. Ich bin unheimlich Stolz auf ihn.

Heute werde ich mir meine Zeit nehmen und erst später hoch gehen um zu helfen. Ich habe Muskelkater, mein Rücken schmerzt und ich huste wie ein Raucher der 2 Schachteln am Tag verqualmt.

Heute Abend werde ich dann hoffentlich über Skyp mit meinem Mann das Neue Jahr einsehen.


Stunden später konnte man hier nicht mehr laufen da der Fluß so hoch gestiegen war das die Autos unter der Wasserlinie stnden.


Die Strasse war verschwunden und das Wasser stieg weiterhin an. Die Kirche rechts war voller schlamm und Wasser, und die Wirtschaft links hatte 2 meter Wasser im Gebäude.


Normalerweise ist der Fluß 3m unter dieser Brücke. Er stieg nach diesem Foto noch mal einige Meter und überschwemmte alles um sich rum, Geschäfte, Gebäude etc.

All diese Bilder wurden gemacht VOR dem großen Regen der durch die Nacht fiel…………….

Mytholmroyd 27.12.2015

Was kann ich sagen……. Die letzten Tage hat es hier ununterbrochen geregnet, der Fluß ist übergelaufen und das Dorfzentrum war einige Meter unter Wasser. Häuser und Geschäfte waren teilweise so betroffen das sie alles verloren haben.

Heute Morgen um 8.30am bin ich zum Treffpunkt der freiwilligen Helfern gelaufen und wir haben uns Schaufeln, Besen, Eimer, Gummihandschuhe geholt um bei den Aufräumarbeiten zu helfen. Jetzt, viereinhalb Stunden später bin ich erschöpft. Ich habe Schlamm und Wasser aus Häusern, Geschäften und Kneipen geschaufelt, gefegt, schlammbedeckte Teppiche rausgerissen, Möbel aus Häusern geschleppt und geholfen wo es nur ging. Es ist sehr traurig wenn man sieht das Menschen alles verloren haben, aber es ist auch großartig zu sehen wie die Menschen zusammenhalten und sich gegenseitig helfen.

HUT AB.

Weihnachten 2015

Erst einmal wünsche ich all meinen Lesern ein wunderbares Weihnachtsfest. Lasst es euch gut gehen und genießt die Stille Zeit mit der Familie und Freunden. Schätzt was ihr habt denn all zu schnell kann es vorbei sein.

Es ist schon wieder etwas länger her das ich etwas geposted habe und das liegt daran das ich recht emotional angeschlagen bin. Ich versuche das Beste aus dieser Situation zu machen aber immer wieder werden mir Hindernesse in den Weg gelegt die den Weg erschweren. Bereue ich es das ich hier her gekommen bin??? Ich würde das mit einem großen Ja beantworten. Mir fehlt meine Tiere, mein Mann und vor allem meine Ruhe. Ich vermisse die Wärme.

Ich hoffe diese nächsten Tage gehen schnell vorbei und das Neue Jahr fängt besser an als das Alte endet.