Der Abschied
Die letzten zwei Tage waren noch einmal eine harte Zeit für uns.
Samstag hat es geklingelt und unerwartet stand die Dame mit der Asche von Chiara vor der Tür. (War eigentlich erst für nächste Woche versprochen worden).
Diese Holzurne mit Chiara´s Überreste und Details, hat es uns bewußt gemacht das wir sie nie wieder sehen werden. Das hat uns beide sehr aufgewühlt. Samstag war mit uns nichts mehr anzufangen. Wir beide versuchten so gut wie möglich (ohne den anderen zu belasten) mit der Situation klar zu kommen.
Sonntag dann sind wir an Chiara´s Lieblingsstrand gefahren und haben ihre Asche dem Wind und dem Meer übergeben. Der WInd hat dann leider noch die leere Urne ins Meer befördert. Wir saßen noch Stundenlang auf den Felsen und beobachteten wie die Wellen die Urne, den Deckel und die Blumen die wir dazu gegeben hatten immer wieder raus aufs Meer Spülte, dann zurück zu uns. Immer wieder trennten sich die teile voneinander (schwammen von den Wellen getrieben in verschieden Richtungen) um dann doch schlußendlich wieder zusammen zu finden, und die Erinnerungen an Chiara waren so Intens das ich sie vor mir sehen konnte.
Ich sah wie sie glücklich im Meer nach riesigen Steinen suchte und an den Strand beförderte, und wie sie aufgeregt vor mir herumgetänzelt hat damit ich ihr ja einen Stock oder Stein ins Wasser werfe damit sie einen Grund hatte ins Meer zu rasen und ihn dort zu suchen. Diese Zeit war sie hier auf der Insel am glücklichsten, und immer wenn ich nach Hause wollte, blieb sie erst einmal störisch am Strand stehen als ob zu sagen “ICH WILL NOCH NICHT GEHEN.”
Jetzt muß sie nie wieder von dort fort, und sie ist da wo sie am glücklichsten war.
Der Nachhauseweg war dann doch sehr ruhig und bedrückt. Sogar Gypsie (Die immer im Auto umeinander hüpft und fiepte) saß ganz still auf ihrem Platz und gab keinen Laut von sich.
Wir werden sie noch lange vermissen, denn sie war ein großer Teil unseres Lebens. Immer wenn der Wind die Tür zum Schlafzimmer aufbläßt, denke ich das Chiara gleich vor dem Bett steht.
Sie hat Ihren Frieden gefunden, und Nichts und Niemand kann ihr jemals wieder Angst einjagen.
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