Meine Motorradzeit Teil 3

Nun ja, endlich geht es weiter.

Meine Yamaha XS 650 ist und war eigentlich mein Lieblingsmotórrad.  Das einzig Problem das mich immer wieder zum stöhnen gebracht hat, war der Kickstart.  Der hat wenn er Lust und Laune hatte ganz schön zurückgeschlagen, und mehr als einmal hatte ich blaue Schinbeine und Verstauchungen.

Ich bin Kreuz und Quer durch England damit gefahren, mehrfach nach Frankreich, und sogar zu einem Motorradtreffen nach Emmental in die Schweiz.  Was mir enorm aufgefallen ist, ist das egal wo auf der Welt Du Motorrad fährst, immer grüßt man sich.  Die einzigen die das nicht tun, sind die Schweizer und die Holländer.

Die Schweizer sind ja sowieso ein wenig eigenartig.  Als ich damals mit einem Kollegen und meinem Sohn vom Motorradtreffen in der Schweiz zurück Richtung Deutschland fuhr, hatten wir einen kleinen Auffahrunfall.  Mein Kollege hatte sich kurzfristig entschlossen eine Vollbremsung an einer Ampel vorzunehmen, und leider hatte ich das erst zu spät gemerkt.  Also rein in die Bremsen gelegt, und ich hätte es auch fast geschafft, wäre da nicht der nasse Zebrastreifen gewesen.

Also gerutscht und weiter richtung Kolleges Bike.  Ich dachte ich hätte es noch im Griff und käme gerade noch an ihm vorbei, als sich meine Satteltaschen in seiner verhängte, und ich somit voll auf die F….e fiel.  Natürlich genau auf den Kopf geknallt, und lag etwas benommen unter meinem Bike.

Hinter uns hielt ein Auto mit Schweizer Inhalt, und obwohl er sah das ich in Schwierigkeiten war, hat er sich nicht aus dem Auto bemüht um mir zu helfen.  Mein Kollege und mein Sohn, kamen an und sahen erst mal zu das sie mich vom Motorrad befreiten.  Dieser Hirnlose Schweizer hatte nichts besseres zu tun, als zu Hupen und zu schimpfen, weil das Bike noch im Weg war.

Zu Dritt haben wir dann das Bike zur Seite geschoben und erst danach konnte ich mich von dem Schock erholen und checken ob bei mir noch alles ganz war.  Dem Anschein nach war alles noch heil bei mir, nur das Bike hatte einige Blesuren erlitten.  Mein Tacho hatte einige Schrammen, und der Bremshebel war im Eimer.

Nach ungefähr einer Stunde hatte ich mich wieder so weit gefangen, das wir unseren Weg nach Deutschland fortsetzen konnten.  (Das Problem war aber das der Kaputte Gashebel enorme Schwierigkeiten machte, aber wir konnten Gott sei Dank in Deutschland einen Hebel kaufen der ersatzweise bis zurück nach England gehalten hat)

In Deutschland angekommen, haben wir einen Campingplatz aufgesucht, und haben dort eine Woche verbracht bevor wir nach England zurückgekehrt sind.  Auf dem Campingplatz wurde mir dann bewußt, das ich eine Gehirnerschütterung hatte.  Mir wurde auf eine Schlag Schwarz vor den Augen und ich mußte mich mehrfach übergeben.

Tja ein paar Tage Ruhe im Zelt, und schon war ich wieder fit für die Fahrt nach GB.

Meine Fahrten mit der Yamaha waren schon Teilweise sehr Haarige Geschichten. 

Da gab es die Zeit in der ich mitten in Frankreich in der Nacht auf einmal kein Licht mehr hatte, und dewegen direkt über eine Kreisverkehr gefahren bin (Hügel mit Rasen und Boardstenkante), die Zeiten als mir das Bike sich auf die Seite gelegt hat, weil der Seitenständer eine Macke hatte, und durch das Gepäck sich dann einfach hingelegt hat (in Frankreich an der Fähre bei der Ticketkontrolle) und ich es alleine aufheben mußte, die Zeit als ich in London garkeine Power mehr hatte, und der Abschleppdienst mich nach Manchester brachte, usw usf.

Trotzdem liebe ich das Bike. 

Als ich nach Deutschland gezogen bin, kam die Yamaha natürlich mit.  Ich ließ sie dort Ummelden und durch den TüV bringen (was ein mordsmäßiger Marathon war), und hatte das Baby dann bei mir.  Als ich dann Schwanger wurde, stand sie in der Garage, bis ich wieder fahren konnte.

Irgendwann aber, wollte ich einfach nur einmal ein Bike, das nicht so launisch war wie meine Yamaha, und lies mich von meinen Brüdern anstecken.  Ich verbrachte einige Monate damit im ebay zu schauen was für Bikes zu verkaufen waren, und ob ich das wirklich wollte. 

Eines Tages bemerkte mein Mann das ich ja wohl einige Bikes auf beobachten gestellt hatte, und ersteigerte eine Suzuki 650s Bandit für mich im Net, und die überraschung war ihm voll und ganz geglückt

Das gute Stück war aber in Leipzig, und wir waren am Bodensee.  Unser Nachbar lieh uns seinen Anhänger, und wir machten uns auf den Weg nach Leipzig.

Als ich das Motorrad zum ersten mal sah, war es mir schon ein wenig mulmig zumute.  Im Gegensatz zur Yamaha war es schon ein wenig anders.  Der Besitzer ermutigte mich dazu eine Testrunde zu fahren.  Da er an einem steilen Hang wohnte, war ich ein wenig eingeschüchtert, aber vorsichtig fuhr ich loss.

Als ich dann auf die Schnellstrasse kam, da war das Gefühl einfach WOW.  Die Geschwindigkeit im Gegensatz zur Yamaha war schon enorm.  Bei der Yamaha kam ich gerade einmal auf 170kmh, aber mit der Suzuki schaffte ich es auf über 200kmh.

Freudestrahlend fuhr ich zurück, und wir verluden das Bike auf den Anhänger. Ein langer Weg lag noch vor uns, und wir wollten so schnell wie möglich nach Hause.

Eigentlich verlief die Fahrt bis kurz vor Nürnberg ganz ruhig.  Mein Mann schlief auf dem Beifahrersitz ein wenig, und ich fuhr die Autobahn richtung Heimat.

Plötzlich war da ein sehr komisches Geräusch und ein flappen.  Langsam fuhr ich an den Seitenstreifen um zu sehen was denn los war.  Mein Mann war aufgewacht, und beide stiegen wir aus.  Der rechte Reifen vom Anhänger war geplatzt, und hatte sich dann noch ins Schutzblech gefressen. Als wir das sahen, wurde uns bewußt, das wir Glück hatten das nichts schlimmes passiert war.  Wären wir ins schleudern gekommen, hätte es nicht nur den Anhänger mit dem Motorrad umgerissen, sondern auch das Auto.

Also Pannendienst angerufen.  Die kamen dann auch so knapp eine Stunde später (3Uhr Morgens) und nahmen den Anhänger mit zum reparieren.  Ich setzte mich auf mein neues Motorrad (hatte leider nicht die richtige Ausrüstung dabei) und fuhr los.  Bei jeder Autobahnraststätte, hielt ich an, rannte in den Waschraum und stellte mich unter den Händertrockner zum aufwärmen.

Als wir endlich Zuhause ankamen, stellte ich das Bike nur im Hof ab, rannte in die Wohnung, schmiss mich ins Bett schaltete die Heizdecke ein, und schlief erst einmal einige Stunden.

Das war die Geschichte wie ich zur Bandit gekommen bin.

Fortsetzung folgt.



Einen Kommentar schreiben